Leben gegen die Zeit,
Lebensfreude gegen Trauer und Abschied

NCL ... , das bedeutet, jeden Tag zu leben und für die Kinder ein lebenswertes und sinnvolles Leben zu gestalten. Es ist meine Aufgabe, das Selbstbewusstsein der Jungs so zu stärken, dass sie sich ihrer eigenen Person auch selbst bewusst sein dürfen.
Als allein erziehende Mutter bin ich für den Alltag, die Freizeitgestaltung, Erziehung, Betreuung und Pflege verantwortlich. Ich muss entscheiden, was für meine Kinder wichtig und richtig ist.
Wir leben im HIER und JETZT !

Die Jungs werden erwachsen und machen ihre eigenen Lebenspläne. Und doch werden sie niemals als Erwachsene leben können. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr verlieren sie ihre erlernten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse. Sie bauen körperlich und geistig ab, bis sie letztendlich als Pflegefall im Alter von ca. 25 Jahren sterben werden.
Ich begleite sie auf diesem Weg in die Hilflosigkeit.

NCL ... .ist MEIN Abschied auf Raten von Hoffnungen, Wünschen und Träumen, die ich bei der Geburt der Kinder hatte. Meine Jungs sind 18 und 11 Jahre alt und ihre Lebensuhr läuft unaufhaltsam ab. Ich kann die Zeiger sehen, wie sie sich weiterbewegen; jeder Geburtstag ist ein Schaltjahr. Als Mutter kann ich nur dafür sorgen, dass meine Jungs ihr Leben leben und erleben; dass sie Leben fühlen. DAS LEBEN mit allen Sinnen leben und genießen. Sie können nicht mehr sehen, trotzdem haben sie in ihrem Leben Spaß und Freude,
sie spüren Fröhlichkeit.
Das Lachen und Funkeln (auch in blinden Augen !!!) nährt meine Energie, weiter zumachen.

Die oben abgebildeten AUGEN symbolisieren unser Leben. Sie sind ein Synonym für die verschiedenen Betrachtungsweisen des Lebens:
Überblick, Weitsicht, Durchblick, Durchsichtigkeit, Rückblick....
Das Symbol steht auch für BLINDHEIT in jeder denkbaren Form, Ignoranz und Engstirnigkeit. Auch wer BLIND ist, kann SEHEN !!!
ZITAT: „Man sieht nur mit den Herzen gut !!!“

Gute Freunde, Betreuer, Bekannte und die Oma stehen uns hilfreich zur Seite und tragen dazu bei, dass sehr viele positive und fröhliche Tage zu wahren Festtagen zelebriert werden.
Das ist ein warmer Sonnenstrahl, der uns umarmt.

Lasst sie am Leben teilnehmen, bei Euch sein, mit Euch. Bestaunt sie nicht, begafft sie nicht, seht nicht zu, sondern schaut mit ihnen, wie ihre Welt aussieht.
Lebt mit ihnen, nehmt sie ernst und wichtig, redet mit ihnen; sie antworten. Fragt nach, wenn Ihr sie nicht versteht. Sie leben in ihrem Leben gut, aber sie sind für kurze Zeit auch in EURER Welt, zeigt sie ihnen.
Auch wenn sie nicht lange leben können: Lasst sie fröhlich und selbstbewusst ihr Leben bestimmen...Carpe diem...

 

Die Würde des Menschen ist
U N A N T A S T B A R !!!

© 2006 Sabine Schnau